Dank geschickter Konstruktion hat sich die im Jahre 2017 gegründete Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) in vielen Bereichen dem direktdemokratischen Einfluss entziehen können. Taktisch raffiniert deklariert der Schulvorstand gewisse Entscheide als «strategisch», womit dem Kreisschulrat die Hände gebunden sind; und das Volk hatte in all den Jahren sowieso kaum etwas zu sagen.
Vor knapp einem Jahr hat dann die Ortsbürgergemeinde Aarau in einer demokratischen Abstimmung erstmals aufbegehrt, und sich der Umsetzung der von der KSAB ausgelösten Bestellung für eine Mammut-Schule in den Weg gestellt. Das Komitee «Aarau auf Kurs» war instrumental bei der Aufklärung der Bevölkerung.
Und nun folgt mit dem Referendum «Bildung statt Verwaltung» ein weiterer, längst überfälliger Demokratie-Weckruf. Der Schulvorstand brach sofort in Panik aus und versuchte, diesen demokratischen Prozess mit verschiedenen Störmanövern zu behindern. Es schlägt nun aber dem Fass den Boden aus, wenn der Geschäftsleiter Lukas Schaffner das Referendumskomitee unter Zeitdruck setzen will mit seiner Behauptung, «es sei für die KSAB ... von Vorteil, wenn die Unterschriften so bald wie möglich eingereicht würden».
Wie wäre es, wenn die von ihm geführte Organisation endlich die vor mehr als einem Jahr eingereichte Anfrage «Vollkosten pro Schülerin und Schüler» beantworten würde? Es wäre nämlich für eine gut funktionierende Demokratie von Vorteil, wenn die KSAB korrekt, transparent und vor allem auch zeitnah informieren würde.
Also bitte, Hausaufgaben machen!
PS: Dieser Beitrag wurde ausgelöst durch den Artikel «Tagesschule in Gefahr?« in der AZ vom 16.10.2024 (online «Was bedeutet das Schulbudget-Referendum für Skilager und Tagesschule?» Geschäftsleiter Lukas Schaffner baut gemäss dieses Artikels eine mehr als fragwürdige Drohkulisse auf: Der Start der Tagesschule könnte um ein Jahr verzögert werden, die Skilager könnten evtl. nicht durchgeführt werden usw. Man kann diese KSAB-Truppe beim besten Willen nicht ernst nehmen.