Mitteldamm – Winter und Frühling
Im Winter schweigt der Mitteldamm,
ein schmaler Rücken aus Stein und Eis,
die Aare flüstert matt und langsam,
Silberfäden frieren in ihrem Lauf.
Kahle Weiden neigen sich dem Frost,
der Kanal hält Atem, hält Geschichte fest.
Doch Frühling bricht durchs graue Schweigen –
das Eis zerbricht in tausend kleinen Liedern,
Wasser singt wieder hell und ungestüm,
trägt Knospen, Schilf und ersten warmen Wind.
Der Damm erwacht, ein grüner Strang im Fluss,
zwischen Kanal und wilder Strömung
wiegt er sich sanft im neuen Licht.
Möge er bleiben, dieser stille Wächter,
wo Winter ruht und Frühling aufersteht,
ein Atemzug aus Eis und Blüte –
damit die Aare weiterflüstern kann:
Hier ist ein Ort zum Atmen,
zum Baden, Lieben, Stillesein.
(Ein leises Echo von petition.mitteldamm.ch: Lasst ihn stehen.)