Es ist keine neue Erkenntnis: Die linke Aarauer Stadtregierung hat keinerlei Respekt vor dem Eigentum anderer. Das Kasernenareal soll nach den exklusiven Wünschen der Stadt gestaltet werden, obwohl der Grossteil im Besitz von Bund und Kanton ist. Mit einer BNO-Revision will der Stadtrat nun neu auch die Rechte privater Grundeigentümer drastisch einschränken. Unter dem Deckmantel kommunaler Kulturschutz sollen einschneidende Regeln nicht nur für Gebäude, sondern sogar für private Gärten erlassen werden (siehe AZ vom 19.06.2024 [ScreenShot]).
Es macht einen sprachlos, wenn ein privilegierter Stadtrat faktenfrei und klassenkämpferisch behauptet, dass sich ein Grundeigentümer eine Zwangsgebühr von mehreren tausend Franken für ein Gutachten leisten könne, um sein Haus vom unerwünschten Schutz zu befreien. Das ist ein Frontalangriff auf das Privateigentum und eine widerrechtliche Umkehrung der Beweislast.
Das ist übrigens der gleiche Stadtrat Thür, der vor gut einem Jahr mit seinem legendären «Plan B» die Mammut-Schule in den Gönhardgütern bauen wollte, mitten in ein Ensemble aus drei denkmalgeschützten Fabrikantenvillen mit den dazugehörigen Gärten und ca. 50 grossen Bäumen. Das ist auch der gleiche Stadtrat, der die Pläne der Eniwa unterstützt, das Wasserkraftwerk Aarau samt Mitteldamm abzureissen, obwohl es — wie das Zelglischulhaus — als ISOS-Objekt der Klasse 1A den höchsten überhaupt möglichen Schutz in der Schweiz geniesst. Es ist bezeichnend für diese Art von Politiker, laufend neue Vorschriften zu erfinden und dann nicht einmal beim eidgenössischen ISOS für deren Respektierung zu sorgen. Sie wissen nicht, was sie tun!
Anstatt die privaten Grundeigentümer zu gängeln, zu schikanieren und zu enteignen soll der Aarauer Stadtrat zuerst vor der eigenen T(h)ür kehren. Er soll sich für den Erhalt des Mitteldamms einsetzen, und der «Grüne» Stadtrat Thür könnte mit gutem Beispiel vorangehen und als erster Stadtrat die Mitteldamm-Petition unterschreiben.