Die Absichten des Aarauer Stadtrats in der Telli sind der Botschaft 2025-289 zu entnehmen. Ein langes Dokument, und viele der «Kärtlein» sind so klein und unscharf gehalten, dass auch Brille oder Lupe nichts nützen. Ebenfalls äusserst bescheiden ist der Informationsgehalt in Bezug auf die Strategie, die man im Rathaus verfolgt - wer schon genug lange dabei ist und nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, für den ist das folgende Szenario keine Überraschung: Man hat ja aktuell mehr als 150 Millionen auf der hohen Kante, also kann man sicher mit der grossen Kelle anrichten. Hier die nächsten 20 Jahre im Zeitraffer:
Die Bilanz am Schluss der Übung ist erbärmlich:
- Man hat die Leichtathletikanlage Telli komplett zerstört.
- Man hat den Rasenplatz im Zelgli komplett zerstört (das ganze Gelände hat man an den Kanton verkauft, der dann dort die NKSA erweitern wird...)
- Der kastrierte Standort Zelgli (statt wie heute 24 Abteilungen nur noch 18 Abteilungen, absolut keine Möglichkeit für einen Ausbau — Stufendurchmischung funktioniert nicht!) muss an den Kanton «vertschuttet» werden, um die klamme Kasse etwas aufzubessern.
- Mit einer teuren Sanierungsübung (50+ Millionen!) hat man zwar das Hallenbad in der Telli für weitere rund 20 Jahre über die Runden gebracht, aber 2045 (spätestens 2050) ist fertig lustig. Aarau wird das Hallenbad Baujahr 1973 endgültig abreissen müssen (Kosten 4 bis 7 Millionen). Da die Kassen leer sind, wird sich Aarau die dannzumal 75 Millionen für ein neues Hallenbad nicht leisten können. Aarauerinnen und Aarauer werden sich dann zu den Randstunden (wenn sie Glück haben) im neuen, wettkampftauglichen 50m-Hallenbad in Oberentfelden (Regiobad) vergnügen dürfen. Oder vielleicht reichts es für eine Überdachung des 50m-Schwimmbeckens im Schachen, das ist nicht ausgeschlossen. Bis dann wird man ja mit Sparen vertraut sein...
- Immerhin haben wir dann in der Telli eine Mammut-Schule. Es ist auch garantiert, dass wir regelmässig in den Schlagzeilen sein werden, weil sich eine solche Riesenschule gar nicht sinnvoll führen lässt. Klar ist, dass alle, die heute die technokratische «Strategie» des linken Stadtrats unterstützen, dannzumal absolu tkeine Verantwortung übernehmen werden. Ebenfalls keine Überraschung ist, dass 4 von 7 Stadträten im Herbst 2025 gar nicht mehr antreten werden, und auch der Stadtbaumeister hat schon angekündigt, dass Ende 2025 vorzeitig Schluss ist. Das Motto unser Vordenker ist klar: Nach uns die Sintflut!
Es gibt allerdings auch Hoffnung. Eine Gruppe engagierter Personen — seit 2023 bekannt als «Aarau auf Kurs» — hat ein Positionspapier publiziert, das die Schulraumplanung und die Sportinfrastrukturplanung geschickt vernetzt und aufzeigt, wie man mit bescheidenen Mitteln deutlich bessere Lösungen realisieren könnte.
Klar ist: Ein JA zur Mammut-Schule ist ein NEIN zum Sport. Jede andere Interpretation ist unehrlich!