In der AZ vom 2. Juli 2025
mal wieder ein schönes Beispiel für Desinformation beim Thema «Mammut-Schule».
«Fake News» ohne jede Recherche, verbreitet vom Lokal-Blättli
AZ (Aargauer Zeitung) der ch-media.
Man liest, was Florian Wicki
da so zusammenschreibt, und man reibt sich die Augen:

«Aarau braucht Schulraum» ist etwa gleich aussagekräftig wie «der Mensch braucht Sauerstoff zum Leben». Mit «damit» wird normalerweise eine Implikation eingeleitet, und es bleibt das Geheimnis von Wicki, wieso die Erneuerung des Zelglischulhauses notwendig sein soll, um 18 Abteilungen zu führen, wenn aktuell 24 Abteilungen Platz haben. Ebenfalls innovativ ist der Einsatz von «dafür». Wieso behauptet Wicki, es sei ein Landabtausch notwenig für den Neubau in der Telli oder die Erneuerung des Zelglischulhauses? Man will ja niemandem zu Nahe treten, aber wer so wenig versteht von der Materie und über weite Strecken schlicht faktenfrei unterwegs ist, der wäre evtl. in der Redaktion eines Satire-Magazins besser aufgehoben als bei einer Tageszeitung. Und wo bleibt die Qualitätskontrolle der AZ?
Hier ein paar Fakten für Interessierte:
- Der Schulraumbedarf für die
Oberstufe Stadt Aarau — also für die
Oberstufenschülerinnen und
-schüler (SuS) mit Wohnsitz in Aarau —
beläuft sich aktuell auf 600. Ergo braucht
die Stadt Aarau für die Oberstufen-SuS mit
Wohnsitz in Aarau gar keinen zusätzlichen
Schulraum, weil die Stadt Aarau schon
Schulraum hat für rund 950 Oberstufen-SuS.
Ich weiss, dass die Stadt selber bis ca. Mai 2025
auf ihren eigenen Webseiten faktenfrei
behauptet hat, sie brauche viel zusätzlichen
Schulraum. «Aarau auf Kurs» hat
die korrekten Zahlen in Erfahrung gebracht
(direkt bei der KSAB erhoben) und am 13.03.2025
publiziert:
An den Standorten Zelgli und Schachen hat
es Schulraum für 827 SuS, nimmt man das
Stäpfli in Rohr noch dazu, dann steht man bei
einem Schulraumangebot von mehr als 950. - Das Zelglischulhaus erneuern ist ein Euphemismus für kleinschrumpfen. Das Zelgli soll nämlich von aktuell 24 Abteilungen auf 18 Abteilungen reduziert werden (also minus 25%). Das hat rein gar nichts mit "zeitgemässen Räumlichkeiten" zu tun. Weiter will der Stadtrat mit dem Verkauf des Landes südlich der Pestalozzistrasse (siehe unten) verhindern, dass der Standort Zelgli je wieder ausgebaut werden kann. Dieser Landverkauf (entgegen der städtischen Immobilienstrategie — lesen lohnt sich!) hat rein gar nichts mit der Sicherung von Oberstufen-Schulraum für Aarau zu tun.
- Landabtausch? Fake News! Es wird rein gar nichts getauscht, schon gar kein Land. In der Telli soll der Kanton aus dem bestehenden Baurechtsvertrag mit den Ortsbürgern entlassen werden, während die Stadt mit den Ortsbürgern gerne einen neuen Baurechtsvertrag für 100 Jahre abschliessen möchte (ergo: KEIN Landabtausch). Im Zelgli will der Stadtrat die Parzellen 2950 (aktuell im Baurecht beim Kanton) und 973 (darauf steht das sog. "Schulhaus Zelgli", nicht zu verwechseln mit dem Zelglischulhaus) an den Kanton verkaufen (ergo: auch hier KEIN Landabtausch). Korrekt ist, dass der Kanton das Hallenbad loswerden möchte; aber auch unter Berücksichtigung des Kaufs der beiden Parzellen 850 und 851 käme kein vernünftiger Mensch auf die Idee, einen Nettolandverkauf von fast 10'000 m2 als «Landabtausch» zu bezeichnen. Wer mehr über dieses aus Sicht der Stadt katastrophale Geschäft wissen möchte, der kann sich im Beitrag «Landabtausch — nachgerechnet» schlau machen.
Mit anderen Worten: Es ist eindrücklich, wieviel Desinformation schon im ersten Paragraphen des Zeitungsartikels reingepackt ist. Man will den Rest gar nicht mehr lesen...