Kompromiss oder Diktat?

07.11.2024@14:37
Weckruf

Es ist keine neue Erkennt­nis: Im All­­tag ist der Kom­pro­­miss oft die Bedin­gung für den Erfolg! Aller­dings kommt es nicht selten vor, dass Personen, Teams oder ganze Organi­sationen, die im Normal­fall aus einer Posi­tion der Stärke heraus ope­rieren (und dann die Bedin­gungen für all­fällige Ver­einba­rungen «diktieren» können) leicht abge­hoben — also «auf dem hohen Ross» — unter­wegs sind, wenn sie uner­wartet aus einer Posi­tion der Schwäche heraus einen Kom­pro­miss aus­handeln müssen.

Ein fairer Kom­promiss und eine diktierte Ver­ein­barung unter­scheiden sich aber grund­legend in ihrem Zustande­kommen und der Art und Weise, wie die betei­ligten Par­teien behandelt werden.

Fairer Kompromiss:

  • Definition: Ein fairer Komp­romiss ent­steht, wenn alle betei­ligten Par­teien bereit sind, Zuge­ständ­nisse zu machen, um zu einer ein­ver­nehm­lichen Lösung zu gelangen.
  • Kooperation: Er beruht auf Dialog, Ver­hand­lung und Zusammen­arbeit, wobei jede Par­tei die Per­spek­tiven und Inter­essen der anderen berück­sichtigt.
  • Gegenseitige Zustimmung: Alle Par­teien stimmen der Lösung frei­willig zu, was zu einer höheren Akzeptanz und Zufrieden­heit führt.
  • Win-Win-Situation: Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die für alle Betei­ligten vor­teil­haft ist.

Diktierte Vereinbarung:

  • Definition: Eine diktierte Ver­ein­barung wird oft von einer Partei oder einer externen Auto­rität auf­erlegt, ohne dass die Zustim­mung aller Betei­ligten ein­ge­holt wird.
  • Mangel an Kooperation: Es gibt wenig oder gar keinen Dialog; eine der Par­teien hat möglicher­weise die Kontrolle über den Pro­zess und trifft Ent­schei­dungen im Allein­gang.
  • Unfreiwilligkeit: Eine oder mehrere Parteien stim­men der Ver­ein­barung möglicher­weise nicht frei­willig zu, was zu Unmut oder Wider­stand führen kann.
  • Machtgefälle: Oft entsteht in solchen Fällen ein Ungleich­gewicht der Macht, wo eine Partei ihre Posi­tion aus­nutzt, um die Beding­ungen zu bestim­men.

Fazit:

Der Haupt­unter­schied liegt also in der Art und Weise, wie die Ver­ein­barung zustande kommt. Während ein fairer Kom­pro­miss auf Zusammen­arbeit und gegen­seitigem Ver­ständnis beruht, wird eine diktierte Verein­barung oft ohne Konsens und unter Druck durch­gesetzt. Ein fairer Kom­pro­miss fördert ein positives Mit­einander, während eine diktierte Ver­ein­barung zu Kon­flikten und Span­nungen führen kann.

Wem das alles etwas kryptisch vorkommt, der kann sich im Blog-Post Eile mit Weile beim Mittel­damm etwas Hinter­grund­infor­mation besorgen über den kleinen Verein «Rettet den Mittel­damm», der sich seit Jahren für zwei Dinge einsetzt:

auf dem hohen Ross

Der kleine Verein signa­lisiert regel­mässig ver­hand­lungs­bereit­schaft gegen­über dem mäch­tigen Strom­ver­sor­ger Eniwa — letz­mals am 26. Okt. 2024 — und trotz­dem will die Eniwa sogar nach einer krachenden Nieder­lage vor dem Ver­waltungs­gericht des Kantons AG weiter­hin mit dem Kopf durch die Wand: Ver­hand­lungen auf Augen­höhe, um einen Kom­pro­miss zu finden, will man bis hinauf in den Ver­waltungs­rat nicht - statt­dessen setzt man auf Power Play und hofft, dem kleinen Verein (und damit auch der Bevöl­kerung von Aarau) eine Verein­barung nach eigenem Gusto diktieren zu können.

Das ist nicht nur keine ziel­führende Strategie, sondern auch eine äusserst kost­spielige. Jedes Jahr fliesst so viel Wasser «unter­nutzt» die Aare runter, und die Bevöl­kerung, der 95.37% der Eniwa gehören, hat das Nach­sehen, weil sich die ent­gangenen Erträge jedes Jahr auf mehrere Millionen auf­summieren. Wer stoppt den Aarauer Stadt­rat mit seiner ver­fehlten (Ent-)Eigner­strategie?

Aarau kann es besser!