Die Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) hat seit längerer Zeit bedenkliche Schieflage und das Projekt «Aarauer Oberstufenstandorte» ist seit November 2023 leckgeschlagen. Nach den Rücktritten der Stadträte Thür und Graf und des langjährigen Stadtbaumeisters Jan Hlavica im 2025, sowie dem am 14.02.2026 bekannt gewordenen Rücktritt der Alten Garde aus dem Vorstand der KSAB, muss man nun aber jenen genau auf die Finger schauen, die noch an Bord sind...
Dabei ist das, was diese
Leute so alles behaupten, ähnlich eindrücklich
wie das, was immer wieder verschwiegen wird.
Beste Unterhaltung ist, was Stadtpräsident
Hilfiker auf die diversen Fragen zum Thema
«Finanzierung» in den Ring wirft:
Man könnte ein Globi-Buch publizieren, um das Thema aufzuarbeiten — Lektionen für die Leser gäbe es ausreichend. Die Sache lässt sich aber auch auf einer Seite als Kurz-Comic zusammenfassen:
Hier noch ein paar Fakten für all jene, die aus dem Globi-Alter raus sind. Man muss kein Spezialist sein im Bereich der Finanzierung von (Gross-)Projekten, um die folgenden Punkte zu verstehen:
- Auch wenn alles optimal laufen sollte (aus Sicht der städtischen Vordenker) mit der Umsetzung der Oberstufenschulraumstrategie, so gilt es zu beachten, dass vor 2030 mit Garantie keine grössen Ausgaben anfallen werden - man plant ein wenig, man klärt ab, man reicht Baugesuche ein und man behandelt Einsprachen, man macht evtl. sogar ein paar Ausschreibungen, aber summa summarum werden sich die Ausgaben im Bereich von ein paar wenigen Millionen Franken bewegen; diesen Betrag kann man über die nächsten 3 oder 4 Jahre problemlos absorbieren im Budget, und wir kennen den Spruch des Stadtpäsidenten: «Wir haben diesen Betrag schon im Budget eingestellt».
- Richtig teuer wird es dann aber für die Stadtkasse mit dem effektiven Baubeginn ab ca. 2030 (oder je nach Einsprachen etc. evtl. auch erst 10 oder 20 Jahre später...). Dabei ist es unerheblich, ob die Baukosten in der Telli CHF 90 Mio. (gemäss Stadtrat) oder CHF 150 Mio. (Schätzung «Aarau auf Kurs») betragen werden; Tatsache ist, dass es frühestens ab 2030 richtig teuer wird, und zusammen mit dem Umbau im Zelgli und der Sanierung des maroden Hallenbads in der Telli wird die Stadt Aarau 200 Mio. Franken oder mehr in die Hand nehmen müssen, um alle Rechnung zu bezahlen; es geht dann plötzlich nicht mehr um ein paar Fränkli, sondern um signifikante Beträge im Vergleich zum städtischen Gesamtbudget.
- Unser Stadtpräsident wird aber Ende 2029 mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit abtreten, also den gleichen Weg gehen, wie Thür, Graf und Hlavica im 2025 — ade und tschüss, nach mir die Sintflut. Er muss nichts mehr «einstellen» ins Budget, er muss uns nicht mehr erklären, wieso die städtischen Finanzen an die Wand gefahren wurden, und vor allem muss er uns dann auch nicht erklären, wieso der Steuerfuss nun plötzlich um 10% zu erhöhen ist. Das Überbringen der schlechten Nachrichten überlässt er seinen Nachfolgern...
- Die Fehlplanung des Jahrhunderts wird aber die Finanzen der Stadt Aarau für mehrere Dekaden komplett in Schieflage bringen. Ein höherer Steuersatz ist nur eines der Probleme. Wirklich hart wird die Aarauer Bevölkerung treffen, dass das Geld für wichtige und sinnvolle Investitionen fehlen wird. Man kann eben den gleichen Franken nur 1x ausgeben...
- Viele Linke werden dann laut schreien und wollen «Gerechtigkeit»: Die Reichen sollen bluten. Es sind aber nicht nur fleissige Norweger, die der Steuerhölle in Skandinavien den Rücken kehren. Auch in der Schweiz sind die guten Steuerzahler mobil, d.h. es ist nicht ausgeschlossen, dass dann plötzlich in den Kantonen Schwyz und Zug etwas mehr «Aargauerdütsch» gesprochen wird, und in der Stadt Aarau bricht wertvolles Steuersubstrat weg. Falls unsere Nachbargemeinden weiterhin clever unterwegs sind, so reicht dann evtl. auch ein Umzug in die benachbarten Steuerparadiese Biberstein oder Erlinsbach (AG). Man muss nämlich nicht in Aarau wohnen und Steuern zahlen, um die Vorteile der Stadt zu geniessen...
Falls die Zensurtruppe «Umbricht & Co.» mitliest: Das sind keine Drohungen, und es wird niemand verunglimpft. Jeder muss selber wissen, ob er sich mit der Realität auseinandersetzen will und wie weit er in die Zukunft schauen will. Der 8. März 2026 wird zeigen, wie es in der Bevölkerung von Aarau mit den Prioritäten aussieht. Ich hoffe sehr darauf, dass die Vernunft obsiegen wird.