Transkript des Beitrags aus dem Regionaljournal Aargau Solothurn (Ausschnitt 0:30–2:41) über den geplanten Rückbau des Mitteldamms und die nachgereichten Unterlagen von Eniwa.
Es ist ein Konflikt, der Aarau und die Region seit Jahren beschäftigt: der Rückbau vom sogenannten Mitteldamm beim Wasserkraftwerk Aarau. Das Energieunternehmen Eniwa, das seit Jahren ein neues Kraftwerk bauen will, legt jetzt zusätzliche Unterlagen zum Projekt öffentlich auf. Karin Zimmermann berichtet.
Das alte Kraftwerk Aarau ist in die Jahre gekommen, darum wird da ein neues gebaut, das mehr Strom produzieren kann. Wegen dem neuen Kraftwerk muss der Mitteldamm weg. Der ist bei Spaziergängerinnen und Schwimmern beliebt. Der Verein «Rettet den Mitteldamm» kämpft für die aufgeschüttete Insel. Im Herbst 24 hat er vom Verwaltungsgericht teilweise Recht bekommen [Fakt: Der Verein hat vor dem Verwaltungsgericht des Kantons AG in allen materiellen Punkten klar obsiegt! Und auch vor Bundesgericht unterlag die Eniwa]. Eniwa habe über die Bücher müssen – das hat man gemacht, sagt der Geschäftsführer Hans-Kaspar Scherrer.
Wir haben jetzt verschiedene Varianten angesehen, damit der Verlust von Fruchtfolgeflächen möglichst gering ist, und haben all die Varianten jetzt geprüft und haben sie aber verwerfen müssen für eine optimale Produktion. Mehr Produktion um 20 Prozent – muss eben auch die hydraulische Optimierung im Kanal gemacht werden, also weniger Strömungsverlust im Kanal.
Und darum müssen Sie den Damm weg, heisst es bei Eniwa, da hält man fest. Für die Gegner ist klar: Der Damm und der Schwimmkanal sind ein Naherholungsgebiet und Teil einer historisch wertvollen Kanallandschaft. Nun nochmals Hans-Kaspar Scherrer, CEO von Eniwa.
Das ist ein Überbleibsel aus der Vergangenheit. Ein Teil im unteren Bereich ist bereits rückgebaut. Wir haben Bewilligungen für die obere Hälfte bereits aus dem Projekt 2018, und jetzt ist ja eigentlich nur die untere Hälfte vom Mitteldamm, und zusätzlich werden wir dann mit dem jetzigen Projekt die Optimierung 2021 umsetzen.
Die Debatte in den Kantonen Aargau und Solothurn lebt weiter. Ob die neue Beurteilung die langjährige Auseinandersetzung um den Mitteldamm beenden kann, ist fraglich. Mit der Auflage findet die nächste Runde des Verfahrens statt, in der Interessen von Stromproduktion, Hochwasserschutz, Natur- und Heimatschutz aufeinanderprallen.
Die Unterlagen liegen ab heute öffentlich auf, bis am 22. September.