Der Grosse Rat hat den Arealabtausch Telli/Zelgli zwar einmal mehr gutgeheissen, aber die kritischen Stimmen sind nicht mehr ungehört: 114 Ja, 14 Nein, 6 nicht abgestimmt. Zwei prominente Aarauer Stimmen — Lukas Pfisterer (FDP) und Nicole Burger (SVP) — haben dargelegt, warum das Geschäft für die Stadt Aarau ein schlechter Deal bleibt. Die Linie von «Aarau auf Kurs» in Kürze:
- Kein Tausch, sondern ein Nettoverkauf von fast 10'000 m2. Aarau gibt im Zelgli deutlich mehr Land ab, als es in der Telli zurückbekommt. Die Stadt verliert Reservefläche genau dort, wo sie selbst Schulraum braucht: Direkt neben der bestehenden Bezirksschule Zelgli.
- Ein Einheitspreis für ungleiches Land. 650 Franken pro Quadratmeter für Zelgli und Telli, unabhängig von Lage und Qualität. Das begünstigt den Kanton, nicht die Stadt.
- Bez Zelgli schrumpft, die Kanti wächst. Der «Baurechtsvertrag Telli» (den die Aarauer Ortsbürger schon mehrmals abgelehnt haben), ist gar nicht notwendig für eine Bereinigung der Eigentumsverhältnisse. Stadtland wird zur Manövriermasse für den schon übergewichteten Mittelschulstandort Aarau.
- Mammut-Schule statt mehrere gleichberechtige Standorte vernünftiger Grösse. 36 Oberstufenabteilungen in der Telli sind doppelt so gross wie die Bez Zelgli mit 18 Abteilungen. «Aarau auf Kurs» will überschaubare Standorte, nicht ein Jahrhundertprojekt ohne geklärte Schulstrukturen (KSAB, Nachbargemeinden, sinkende Geburtenzahlen).
- Sport, Grünfläche und Ortsbürger zahlen die Zeche. Leichtathletik Telli und Flächen im Zelgli geraten unter die Räder. Das ist kein Landabtausch auf Augenhöhe, sondern ein Abbau städtischer Infrastruktur zugunsten kantonaler Expansion.

Schlussresultat im Grossen Rat: 114 Ja, 14 Nein, 6 nicht abgestimmt.
Lukas Pfisterer (FDP) und Nicole Burger (SVP) haben das Geschäft aus Aarauer Sicht eingeordnet. Beide Ausschnitte stammen aus der Grossratssitzung vom 8. September 2026.
Lukas Pfisterer, FDP, Grossrat, Aarau
1:52:14–1:54:34
Nicole Burger, SVP, Grossrätin, Aarau
1:54:52–2:00:15
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