Mammut-Schule ohne Lehrer

16.10.2026@16:35
Keine Mammut-Schule: Qualität statt Quantität in Aarau

Die Schweiz hat die schlechtesten Pisa-Resultate aller Zeiten. Schlechter als im Jahr 2000. Fast ein Drittel der 15-Jährigen versteht einfachste Texte nicht, obwohl die Bildungsausgaben in den vergangenen 25 Jahren um sagenhafte 69 Prozent angestiegen sind. Ein nicht zu vernachlässigender Teil des Abstiegs lässt sich durch die veränderte Zusammensetzung der Schülerschaft erklären: Das unterste Viertel, darunter (zu) viele Schüler mit Migrationshintergrund ohne Landessprache zu Hause, zieht den Schnitt nach unten. Der Rest der Erklärung liegt aber in der Schule selbst – integrative Ideologie und rasch sinkende Bereitschaft, Leistung einzufordern.

PISA-Resultate der Schweiz (2000–2025)

Absolute Punkte und Position im OECD-Vergleich · Quelle: OECD / EDK
Jahr Mathematik
Punkte / OECD-Rang
Lesen
Punkte / OECD-Rang
Naturwissenschaften
Punkte / OECD-Rang
2000 529 / Top 10 494 / ca. 15–17 ca. 496 / –
2003 527 / 7–9 499 / ca. 13 513 / Top 10
2006 530 / 6 499 / ca. 13 512 / ca. 15
2009 534 / 6 501 / ca. 13 517 / ca. 13
2012 531 / 7 509 / ca. 14 515 / ca. 17
2015 521 / 8 492 / ca. 20+ 506 / ca. 18
2018 515 / ca. 11 484 / ca. 25+ 495 / ca. 23
2022 508 / 2. Europa 483 / ca. 19 503 / ca. 13
2025 499 / 4. 470 / über Durchschnitt 501 / 8.
Hoch (historisch stark) Mittlerer Bereich Tiefster Wert der Serie
Hinweis: Die OECD-Ränge sind Näherungen (Anzahl der OECD-Länder und Teilnehmer variiert über die Jahre). 2025 sind die Mathematik- und Lese-Werte der Schweiz die niedrigsten seit 2000. In Mathematik lag die Schweiz 2025 nur hinter drei OECD-Ländern, in Naturwissenschaften auf Platz 8 unter den OECD-Staaten. OECD-Durchschnitt 2025: Mathematik 463 · Lesen 461 · Naturwissenschaften 482.

Der Traum, alle Kinder seien gleich motiviert, gleich talentiert und gleich fleissig, hat das Niveau massiv gesenkt. Weniger Frontalunterricht, weniger Üben, weniger Korrektur. Der Lehrer als Coach. Die Schüler nennen das treffend «Schule ohne Lehrer». Das schadet allen – besonders aber den Schwächeren. In der Primarschule Aarau sind die Folgen deutlich sichtbar. Warum soll man solchen Unsinn nun mit der Mammut-Schule auf die Oberstufe ausweiten?

«Leave No Child Behind» und «Ensure inclusive and equitable quality education and promote lifelong learning opportunities for all» (Agenda 2030) tönen wunderbar. Allzu leicht geht dabei vergessen, dass das proklamierte Ziel, «alle haben die gleiche Bildung», auch dann erreicht ist, wenn alle nichts mehr können. Gleichmacherei und Leistungsfeindlichkeit sind Gift für das Bildungsniveau und führen schlussendlich zum Untergang unserer Gesellschaft.

Die in der Telli geplante Mammut-Schule ist ein ideologisches Projekt, das die dreigliedrige Oberstufe (Real, Sek, Bez) zum Verschwinden bringen soll. Die Leistungsorientierung wird abgeschafft, damit einige wenige Schüler einzelne Fächer in höheren Stufen besuchen können. Das Debakel der integrativen Primarschule soll sich nun auch auf der Aarauer Oberstufe wiederholen. Hier planen Vordenker eine Schulkonzeption, die für die meisten Schülerinnen und Schüler nur Nachteile bringt. Nein zur Abschaffung der Bez im Zelgli! Nein zur überdimensionierten Mammut-Schule in der Telli! Nein zur Abschaffung der leistungsorientierten Oberstufe! Wir brauchen in Aarau Qualität statt Quantität. Kleine Schulen mit motivierten Lehrerinnen und Lehrern sind die beste Garantie für gute Bildung.

Schluss mit der Nivellierung nach unten. Man darf Leistung einfordern, auch in einem modernen Bildungssystem!

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