Umverteilen — aber richtig!

02.11.2024@14:19
Weckruf

Unab­hängig vom be­arbei­teten Thema (Klima, LGBT, Basis­ein­kom­men, Netto-Null, ...) argu­men­tieren linke Ideo­lo­gen uner­müd­lich, dass ihr An­satz der Gesell­schaft dabei helfen kann, die wirt­schaft­lichen und sozia­len Un­gleich­heiten zu be­sei­tigen. Dabei sind es gerade die Unter­schiede, die uns wirk­lich weiter­bringen. Solche Ein­sichten passen natür­lich nicht ins Welt­bild der Gleich­macher. Lieber stur den marxis­ti­schen Sirenen­klängen folgen, bis das Volks­ver­mögen ver­jubelt ist und alle arm sind, als jenen zu danken, die frei­willig mehr leisten als der Durch­schnitt.

Falls vorhanden, so leben die linken Gleich­macher gerne von der Substanz; man rekla­miert laut­hals und frech seinen Anteil am Volks­ver­mögen, auch wenn man rein gar nichts zum Auf­bau bei­ge­tragen hat (ich erin­nere an eine Kolumne von Ein­wohner­rat Fabio Mazzara, die dieses Gedanken­gut wunder­schön demonstriert). Auch sonst ist man nicht zim­per­lich, wenn es um die Mittel­beschaf­fung geht. Das Zauber­wort der Linken: Steuern! So ist es kein Wunder, dass die Fiskal­quote, also die Summe aller Steuern und Sozial­ver­siche­rungs­ab­gaben, auch in der Schweiz nur den Weg nach oben kennt:

Fiskalquote

Die Linie zwischen Steuern und Diebstahl ist eine feine, aber der Zweck heiligt die Mittel: Die Linken wollen eine «gerechte Welt», und solange nicht alle gleich wenig haben, ist das Ziel nicht erreicht.

Und hier ist es, das zweite Zauber­wort der Linken: the end Umver­teilung! Die mit Steuern ein­ge­zogenen Mit­tel flies­sen in ein ziem­lich un­durch­schau­bares System mit vielen Töpfen, das von jedem ein­ge­nom­menen Franken rund 50 Rappen «verdampft» (die vielen An­ge­stellten beim Staat müssen ja eben­falls zu leben haben), den Rest gibt man den­jenigen, die es «nötig» haben (oder am lautesten schreien).

Es gäbe aber auch noch eine andere Art von Um­ver­tei­lung! Man stelle sich vor, die Staats­quote wäre limi­tiert auf einen bestimmten Wert, sagen wir mal 30% (ich weiss, uto­pi­sches Wunsch­den­ken, aber die Hoffnung stirbt zuletzt). Weiter hätte der Staat eine Liste von Aufgaben, die es zu erfüllen gilt, und für alle diese Aufgaben gäbe es schon einen Prozess, mit dem die Aufgaben erfüllt werden.

Wie wäre es, wenn man diese Pro­zesse darauf­hin prüfen würde, wie gut sie in den drei Dimen­sionen (1) Nutzen für die Bevöl­kerung, (2) öko­no­mische Effi­zienz und (3) öko­lo­gische Effi­zienz ab­schnei­den und an­schlies­send die für die Auf­ga­ben­er­fül­lung vor­handenen Mittel so um­ver­teilt und neu allo­ziert, dass das Gesamt­system optimiert wird? Es wäre auch nicht ver­boten, die beste­henden Pro­zesse zu opti­mieren, in­dem man z.B. den Nutzen steigert, die Kosten senkt oder die nega­tiven Aus­wir­kungen auf die Umwelt redu­ziert. All das, wohl­ver­standen, ohne zu­sätz­liche Mittel!

Was auf den ersten Blick kompli­ziert tönt, lässt sich aber in vielen Berei­chen ganz ein­fach um­setzen, sofern man gewillt ist, die Pro­zesse sauber zu ana­ly­sieren. Das Poten­tial für Opti­mie­rungen ist bei vielen Pro­zessen riesig, und man könnte die frei­werdenden Mit­tel so um­ver­teilen, dass sich weitere Pro­zesse opti­mieren liessen, oder man könnte gar zu­sätz­liche Auf­gaben erle­digen, ohne dass über alles gesehen mehr Mittel not­wendig wären. Umverteilen mit Hirn, voll­ständig eigen­finan­ziert!

In der Stadt Aarau gibt es Dutzende von Pro­zessen, die man in allen drei Dimen­sionen gleich­zeitig opti­mieren könnte, und zwar mit wenig Auf­wand. Die Samm­lung von Alt­papier und Alt­karton sei hier nur als ein Bei­spiel für viele aufgeführt. Werk­hof und Stadt­rat haben es ge­schafft, mit dem Wechsel von gemischter Samm­lung auf getrennte Samm­lung a) den Nutzen für die Bevöl­ke­rung deut­lich zu redu­zieren und gleich­zeitig b) die Kosten pro Jahr um 80'000 Fran­ken zu erhöhen, ohne dass c) die Umwelt profi­tiert. Auch das Fiasko mit den Mobi­lity-Gut­scheinen war ein wahres ESG-Meister­stück.

Opti­mieren kann auch ein­fach be­deu­ten, etwas Un­sinniges weg­zu­lassen. Ich bin über­zeugt, nur schon die Elimi­nation all der un­nützen ESG-Projekte würde das Budget der Stadt Aarau jedes Jahr um einen zwei­stel­ligen Millionen­betrag ent­lasten.

Aber eben, nach­haltige Pro­zess­opti­mierung ist eine sehr anspruchs­volle Auf­gabe, oft harte Knochen­arbeit — es ist sehr viel ein­facher, ständig neue Ideen zu produ­zieren, wie man die Welt «gerechter, fairer und besser» machen könnte; und mit einer kleinen Steuer­erhöhung hier und dort, oder eben einem Substanz­verzehr, lässt sich das alles problem­los finan­zieren, sagen die Linken. Bis alles weg ist und wir alle arm sind.

Dieser Tag könnte übrigens näher sein, als viele denken. Obwohl Aarau aktuell ein komfor­tables Netto­ver­mögen von rund 140 Millionen Fran­ken hat, so muss man davon aus­gehen, dass dieses Ver­mögen ohne radi­kale Kurs­ände­rung bis 2027 voll­ständig auf­ge­braucht ist. Die Linken stehen schon in den Start­löchern, um laut­hals Steuer­er­höhungen zu fordern, ob­wohl der Steuer­fuss seit Jahren viel zu hoch ist, nach­dem dieser in Aarau nach der Aufgaben­neu­vertei­lung zwischen Kanton und Abstimmungsparole Gemeinden im Jahre 2018 nicht wie ver­sprochen um 3% gesenkt wurde. Auf der Aus­gaben­seite läuft hin­gegen alles wie ge­habt: Jedes Jahr wird der Auf­gaben­kata­log des Staats er­wei­tert, und so stei­gen auch die Kosten munter weiter. Die Ver­waltung wächst seit Jahren un­kontrol­liert und immer deut­lich stär­ker als die Wirt­schafts­leistung.

Wer diesem Treiben ein Ende setzen will, bevor es zu spät ist, der stimmt am 24. Nov. 2024 in der Stadt Aarau am besten 2x NEIN.