Eisenhower-Matrix

24.10.2024@04:52
Weckruf

Leider, so muss man immer wieder aufs Neue fest­stellen, sind viele Men­schen heil­los über­fordert, wenn es darum geht, aus einer Liste von Auf­gaben die­jenigen zuerst zu erle­digen, die es wirk­lich zu erle­digen gilt. Es liegt bis zu einem ge­wis­sen Grad natür­lich in der Natur des Menschen, dass er seine Zeit lieber mit Akti­vi­täten ver­bringt, die Freude be­reiten. Und so ist es keine Über­raschung, dass häufig die anstren­genden und unan­ge­nehmen Auf­gaben über­mässig lange liegen bleiben. Anderer­seits ist uns allen eigent­lich klar, dass es auch anders ginge. Mit guter Arbeits­planung, kombi­niert mit ziel­orien­tierter Arbeits­metho­dik, er­ledigt man an­stehende Auf­gaben nicht nur mit einer sehr hohen Effi­zienz, sondern es bleibt dank gutem Zeit­manage­ment am Ende des Tages mehr als genug Zeit übrig für die schönen Dinge im Leben (wobei man nicht igno­rieren sollte, dass viele Men­schen einer Arbeit nach­gehen, die per se schon sehr er­fül­lend ist — es gibt näm­lich Glücks­pilze, deren All­tag mit dem Motto «do what you love and love what you do» im Ein­klang ist).

So alt die Heraus­forde­rungen im Bereich Zeit­mana­gement, Arbeits­planung und effi­zientes Ar­beiten sind, so alt sind auch die Rezepte, um diese Heraus­forde­rungen erfol­greich zu meistern. Hier ein Zitat, das Dwight D. Eisen­hower, dem 34. Präsi­denten der USA, zuge­schrieben wird:

«Ich habe zwei Arten von Problemen: Die dringenden und die wichtigen. Die dringenden sind nicht wichtig und die wichtigen sind nie dringend.»

Eisen­hower hat sein Dilemma auf ele­gante Art und Weise gelöst, und zwar mit der «Eisen­hower-Matrix»: Seine Zeit­mana­gement-Methode ist in vielen Bereichen bis zum heu­ti­gen Tag nicht nur «best practice» sondern eben «state of the art», wie man so schön sagt. Die Kate­gori­sie­rung von Auf­gaben nach ihrer Dring­lich­keit und Wich­tig­keit stellt dabei sicher, dass der Fokus auf die wirk­lich wich­tigen und drin­genden Auf­gaben gelegt wird, während un­wich­tige oder nicht drin­gende Auf­gaben dele­giert oder elimi­niert werden.

Wer sucht, der findet belie­big viel Aus­bildungs­material, aber im Prinzip ist es wirk­lich ganz ein­fach. Wer etwas von der Domäne versteht, in der er unter­wegs ist, der ist problem­los in der Lage, alle an­stehenden Auf­gaben auf den beiden Achsen Dring­lich­keit und Wich­tig­keit eini­ger­mas­sen kor­rekt ein­zu­ordnen. Man beachte: Es spielt dabei abso­lut keine Rolle, ob man eine Auf­gabe gerne er­le­digt oder nicht!

Eisenhower-Matrix

Diese Ana­lyse sollte man natür­lich regel­mässig wieder­holen (ich persön­lich gehe meine Liste von Auf­gaben meist täg­lich durch, oft am frühen mor­gen bei einem feinen Kaffee). Und an­schlies­send macht man sich an die Arbeit, d.h. man dele­giert so rasch wie mög­lich alles, was zwar drin­gend, aber eben nicht so wahn­sin­nig wich­tig ist. Dann über­legt man sich, wie mit den zwar wich­tigen, aber (noch) nicht so drin­gen­den Auf­gaben zu ver­fahren ist. Und nun kann man sich zu guter Letzt mit vol­ler Kon­zen­tra­tion den­jeni­gen Auf­gaben wid­men, die wirk­lich wich­tig und drin­gend sind.

Wer effek­tiv unter­wegs sein will, der muss natür­lich schon noch ein paar weitere Dinge beachten (z.B. gehört zum Dele­gieren auch, dass man ab und zu kon­trol­liert, ob es bei jenen Auf­ga­ben auch wirk­lich vor­wärts geht; hier­zu gibt es eben­falls ein be­rühmtes Zitat: «Ver­trauen ist gut, Kon­trol­le ist besser!»), aber meine Er­fah­rung ist, dass die kon­se­quente Um­setzung dieser ein­fachen Arbeits­metho­dik «Eisen­hower-Matrix» gut 80% der Probleme im Bereich Zeit-Mana­gement löst. Das habe ich nicht nur bei mir selber fest­stel­len können, sondern auch bei vielen weiteren Menschen, die ich geführt, aus­ge­bildet oder gross­gezogen habe.

Die Methode ist übri­gens nicht nur geeignet für Mana­ger, son­dern auch für uns ein­fache Men­schen. Wir alle könn(t)en es besser!



PS: Das Geklöne aus der Stadt­ver­waltung («Über­lastung» ist hier das Schlüssel­wort) — das offen­sicht­lich auch beim Aarauer Stadt­rat Kommentar AZ 25.10.2024 und vor allem bei den Linken auf frucht­baren Boden fällt — kann man so­lange getrost igno­rie­ren, wie man sich in Ver­wal­tung und Regie­rung auf Auf­ga­ben kon­zen­triert, die nach­weis­lich weder drin­gend noch wichtig sind (man spricht auch von «nice-to-have-Projekten»); zu­sätz­lich zum nie enden­den Strom von ESG-Projekten (z.B. die Beru­hi­gung der Bahn­hof­stras­se, die Ein­füh­rung der Grün­gut-Chips, die Aktion mit Mobi­lity-Gut­schei­nen oder den Flop mit den Begegnuns­orten), die alle sicher mit viel Freude und vol­ler Enthusias­mus aus­ge­heckt und dann auch mit viel Ener­gie ver­folgt wurden, kom­men mir noch ein paar Dutzend wei­tere sinn­lose Projekte in den Sinn, die man im Quadran­ten DELETE hät­te an­siedeln sollen, allen voran die Mam­mut-Schule, die — so wird gemunkelt — noch nicht wirk­lich tot ist...

PPS: Aus­nahms­weise hat sogar eine Jour­na­lis­tin ge­merkt, dass die «Per­formance» von Ver­wal­tung und Re­gie­rung in Aarau unter aller Kanone ist. Die liebe Frau Rohner hat im zwei­ten Teil ihres Kom­men­tars dann aller­dings ein paar grobe Denk­fehler gemacht, aber ohne Er­fahrung im Projekt-Mana­gement ist das verzeihlich. Wie im­mer gilt: Selber denken ist anstrengend, und ein Erkennt­nis­ge­winn stellt sich oft erst dann ein, wenn man alle Infor­ma­tionen korrekt ver­daut hat! Mehr dazu hier...